Familie, Pflege & Angehörige

Entlastung, Klarheit und Struktur in belastenden Phasen.

Pflege- und Familiensituationen entstehen häufig nicht geplant, sondern plötzlich und unter hohem emotionalem Druck. Ein Unfall, eine akute Erkrankung, eine fortschreitende Demenz oder ein unerwarteter Krankenhausaufenthalt verändern den Alltag von einem Moment auf den anderen. Angehörige finden sich plötzlich in einer neuen Rolle wieder – oft ohne Vorbereitung, ohne Orientierung und ohne klare Zuständigkeiten.

Neben der praktischen Organisation entstehen innere Spannungen: das Gefühl von Pflicht und Verantwortung, Schuldgefühle gegenüber dem zu Pflegenden oder anderen Familienmitgliedern, der Anspruch, alles „richtig“ zu machen, und gleichzeitig der Wunsch, eigene Bedürfnisse, Arbeit, Familie und Erholung nicht völlig aus dem Blick zu verlieren. Viele Angehörige geraten dabei schrittweise an ihre Grenzen, ohne dies selbst frühzeitig wahrzunehmen.

Ich begleite Familien und pflegende Angehörige dabei, in solchen Situationen Klarheit, Struktur und Entlastung zu schaffen. Im Mittelpunkt steht zunächst das Verstehen der aktuellen Lage: Wer ist beteiligt? Welche Bedarfe bestehen tatsächlich? Welche Verantwortung ist realistisch leistbar – und welche nicht? Ziel ist es, Verantwortung fair zu verteilen und Überforderung sichtbar zu machen, bevor sie zu Erschöpfung oder familiären Konflikten führt.

Ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit ist die Unterstützung beim Aufbau und der Nutzung eines tragfähigen Unterstützungsnetzwerks. Dazu gehört die Orientierung im Pflegesystem ebenso wie die Vermittlung oder Einbindung passender externer Anbieter, etwa ambulanter Pflegedienste, therapeutischer Angebote, Tagespflege, Beratungsstellen oder weiterer professioneller Unterstützungsleistungen. Ich helfe dabei, Optionen einzuordnen, Entscheidungen vorzubereiten und Zuständigkeiten klar zu regeln.

Darüber hinaus unterstütze ich Familien bei der Entwicklung, Anpassung und Stabilisierung von Routinen – sowohl für den zu Pflegenden als auch für die Angehörigen. Bewährte Alltagsroutinen geben Halt, Sicherheit und Orientierung, insbesondere bei kognitiven Einschränkungen oder zunehmender Pflegebedürftigkeit. Wo solche Routinen fehlen oder nicht mehr greifen, begleite ich die gemeinsame Entwicklung neuer, alltagstauglicher Strukturen, die entlasten statt zusätzlich zu belasten.

Meine Arbeitsweise ist ruhig, respektvoll und lösungsorientiert. Ich verbinde strukturelle Klärung mit einem sensiblen Blick für emotionale Belastungen. Es geht nicht darum, Ideallösungen zu entwerfen, sondern um tragfähige, realistische Vereinbarungen, die im Alltag Bestand haben. Dabei werden sowohl die Bedürfnisse des Pflegebedürftigen als auch die Grenzen der Angehörigen ernst genommen.

Familien- und Pflegeberatung verstehe ich als begleitenden Prozess. Situationen verändern sich, Bedarfe wachsen oder verschieben sich. Ich unterstütze dabei, Entscheidungen regelmäßig zu überprüfen, Routinen anzupassen und Verantwortung immer wieder neu auszubalancieren – mit dem Ziel, Beziehungen zu schützen und langfristige Überlastung zu vermeiden.

Typische Anlässe

  • unerwartete oder plötzlich eintretende Pflegesituationen

  • Überforderung nach Krankenhausaufenthalt oder Akutereignis

  • unklare Zuständigkeiten innerhalb der Familie

  • Konflikte zwischen Angehörigen über Pflege, Verantwortung oder Entscheidungen

  • Unterstützung beim Aufbau eines verlässlichen Pflege- und Unterstützungsnetzwerks

  • Vermittlung und Einordnung geeigneter externer Anbieter

  • Entwicklung oder Anpassung von Alltags- und Pflegeroutinen

  • Wunsch nach Entlastung, Klarheit und besserer Abstimmung

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